Wirtschaftswissenschaften  |  Antrittsvorlesung

Antrittsvorlesung - "Bedarf die Europäische Währungsunion einer Fiskal­kapazität zur Konjunktur­stabilisierung?"

Wann
Montag, 18. Juni 2018
15.15 – 16.45 Uhr

Wo
A 702

Veranstalter

ReferentIn:
Honorarprofessor Dr. Eckhard Wurzel

In einem gemeinsamen Währungsraum stehen weder nationale nominale Wechselkursanpassungen noch die nationale Geldpolitik zur Stabilisierung asymmetrischer Nachfrageschwankungen zur Verfügung. Stimmen aus Politik und Wirtschaftsanalyse folgern daraus, nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Finanzkrise, eine wirkungsvolle Konjunkturstabilisierung im Eurogebiet verlange die Schaffung einer antizyklisch wirkenden “Fiskalkapazität” auf Gemeinschaftsebene. Die Europäische Kommission, ähnlich wie der französische Staatspräsident, hält dies für einen grundlegenden Baustein zur Vertiefung der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion.

Wir betrachten wesentliche Gesichtspunkte, die mit der Einführung eines Transfermechanismus zum Ausgleich konjunktureller Schwankungen innerhalb des Eurogebietes verbunden wären. Dabei ergeben sich Probleme, die die Nützlichkeit eines solchen Ansatzes in Frage stellen. Reformen zur Weiterentwicklung der Währungsunion sollten deshalb eher darauf abzielen, die Widerstandsfähigkeit der europäischen Ökonomie gegenüber negativen Schocks zu stärken.

Bild: Klimkin via pixabay
Bild: Klimkin via pixabay